Intervallarbeiten – der Weg zum effizienteren Arbeiten

Zeit ist Geld. Intervallarbeiten spart Zeit und damit Geld.

Die Corona-Pandemie verlangt von uns einiges ab: städtische Shutdowns, Selbst-Isolation, familiäre Quarantäne, Home Office, Kurzarbeit und Maskenpflicht. Mit all diesen Umstrukturierungen und starken Eingriffen in das Alltagsleben ist es schwierig geworden, die Motivation für die täglichen Aufgaben beizubehalten.

Wie soll man auch motiviert bleiben, wenn der neue Tagesablauf ausschließlich aus Indoor-Aktivitäten wie Home Office, Kurzarbeit, inklusive Kinderbetreuung, Homeschooling sowie Home Gym und Haushalt besteht und man nur zum Einkaufen oder Waldspaziergang nach draußen gelangt?

Die Stay-at-home-Quarantäne erfordert mehr Disziplin und Durchhaltevermögen als jede andere Situation zuvor. Die neuen Herausforderungen erschweren es jedoch, bei allem diszipliniert zu bleiben. Deshalb braucht man eine effiziente Methode, in der innerhalb kurzer Zeit viel erledigt werden kann: das Intervallarbeiten ist hierbei die Lösung.

Intervalle steigern die Konzentrationsfähigkeit

Ein Intervall bezeichnet eine Zeitspanne innerhalb eines festgelegten Zeitrahmens. In diesem Zeitraum sollen alle wesentlichen Aufgaben nacheinander abgearbeitet werden. Ein solcher zeitlicher Abschnitt dient dazu, die volle Konzentration der Gedanken auf die wichtigen Aufgaben zu lenken. Mit dieser Fokussierung soll also ein zielgerichtetes Arbeiten ermöglicht werden.

Studien haben ergeben, dass in der Tat das Arbeiten in Intervallen deutlich zur Steigerung der Konzentrationsfähigkeit und der Produktivitätskraft beiträgt. Die Intervalltechnik wurde in den 80er Jahren von Francesco Cirillo entdeckt, als er seine Studienangelegenheiten sinnvoll und zeitlich effektiv organisieren wollte. Durch Selbsterprobung verschiedener Methoden erfand er schließlich mit Hilfe einer Küchenuhr die Intervalltechnik. Mit dieser effizienten Zeitnutzung konnte er schließlich deutliche Erfolge erzielen. Heute kennt man dies unter der Pomodoro-Technik, nach ital. Pomodoro, benannt nach seiner Küchenuhr in Tomatenform.

Die Pomodoro-Variante verlangt zunächst eine schriftliche Übersicht aller anstehenden Verpflichtungen. Dann überlegt man sich, wie lange es wohl dauern würde, diese Dinge abzuarbeiten. Nun nimmt man sich für jede Aufgabe einen bestimmten Zeitintervall vor, z.B. 30 Minuten, stellt diesen auf einer Küchenuhr, Sanduhr oder einem Wecker ein und startet sogleich mit der Arbeit. Sobald der Wecker klingelt, ist die Zeit um und die Aufgabe sollte erledigt sein. Ist dies der Fall, wird ein Haken auf der To-Do-Liste gesetzt und eine kurze Pause von etwa 5 Minuten eingelegt. Danach darf ein weiterer Intervall für eine andere Angelegenheit begonnen werden. Nach vier Intervall-Runden ist eine große Erholungspause von ungefähr 30 Minuten zu machen oder spätestens, sobald die Konzentration nachlässt. Im besten Fall kann man am Ende des Tages die To-Do-Liste vollständig abhaken und entsorgen.

Intervalle helfen bei Denkblockaden

Vor allem bei Denkblockaden und Prokrastination sind Intervalle von großem Nutzen. Die kurzen Zeitabschnitte, in denen wichtige Angelegenheiten erledigt werden sollen, dienen der strikten Fokussierung, ohne Ablenkung von außen. Dadurch kann der rote Faden wieder aufgenommen und die Blockade gelöst bzw. die Motivation in kleinen Schritten wiedererlangt werden.

Wichtig hierbei ist, dass man sich wirklich auf die Aufgaben konzentriert und sich weder von außen (durch Smartphones, TV, Personen), noch gedanklich (durch Erinnerungen, Ereignisse) ablenken lässt. Manchmal muss man sich zwar selbst motivieren oder gar zwingen, den ersten Schritt zu machen. Aber dadurch, dass die Intervalle kurz gehalten sind, ist es eine große Erleichterung, sich durchzuringen, eine Aufgabe schließlich anzugehen.

Intervalle ermöglichen Struktur

Zeitmanagement ist das A&O.

Intervalle eignen sich besonders bei der Erarbeitung eines Tagesplans. Indem zeitliche Rahmen für bestimmte Erledigungen festgelegt werden, wirkt der Tagesablauf übersichtlicher und deutlich organisierter. Dadurch können auch temporale Elemente ausgetauscht und flexibel neu geordnet werden. Diese Tagesstrukturierung nennt man auch Time-Boxing. Sie ist eine bewährte Zeit-Management-Methode und dient dazu, regelmäßige und wiederkehrende Zeit-Blöcke, genannt Boxen, effizient zu arrangieren.

Gerade bei knappen Deadlines ist Time-Boxing eine sinnvolle Anwendung zur Einhaltung des Abgabedatums. Die wichtigsten Schritte zur Zielerreichung eines Projekts werden in verschiedene Zeit-Intervalle und Pausen sortiert, die bei strikter Einhaltung das Ergebnis schnellst möglich liefern.

Langfristig kann man dadurch ein gutes Zeitgefühl entwickeln und lernen, wie viel Zeit für welche Aufgaben nötig ist. Darüber hinaus wird ein Tagesrhythmus für die essenziellen Angelegenheiten verinnerlicht, ohne den Überblick zu verlieren. Dies stärkt die innere Motivationskraft erheblich.

Intervalle erhöhen die Lernerfolge

Nicht nur Arbeits-, sondern auch Lernpläne können mit dem Intervallarbeiten effizient strukturiert werden. Der Clou hierbei sind die Wiederholungsmöglichkeiten. Um langfristig Inhalte zu erlernen und im Gedächtnis abzuspeichern, ist das Wiederholen der gewünschten Lernfelder das A&O. Dies funktioniert in Intervallen einwandfrei.

In regelmäßigen Abständen können auf diese Weise Intervalle mit gleichen Lerninhalten kontinuierlich repetiert und schließlich im Gedächtnis abgespeichert werden. Wenn diese Intervalle täglich eingeplant werden, ist der Lernerfolg garantiert.

Häufige Pausen helfen, entspannter und effizienter zu arbeiten

Pausen helfen bei Denkblockaden.

Durch das Unterteilen in Intervallen werden die kurzen Pausen „nach getaner Arbeit“ als Erholungs- und Auszeit anerkannt, wodurch das Belohnungszentrum im Gehirn aktiviert wird. Dabei wird das Glückshormon Serotonin ausgeschüttet, das einen dazu beflügelt, weiterzumachen. In Folge dessen steigt der Lernerfolg und damit die Motivation.

Pausen helfen, den Kopf frei zu bekommen und Denkblockaden zu lösen. Während man sich einen Kaffee gönnt, durch aktuelle News surft und kurz entspannt, arbeitet das Gehirn im Hintergrund weiter, um das „Problem“ oder die Aufgabe zu lösen. Sobald man sich im nächsten Intervall wieder der Angelegenheit widmet, erscheint die Arbeit oftmals leichter. Pausen zwischen den Intervallen stärken somit das Durchhaltevermögen und können die Selbstdisziplin und Motivation wieder in Gang bringen.

Ablenkungsfaktoren minimieren

Während der Arbeitsintervalle sind störende Ablenkungsfaktoren wie das Smartphone, TV oder Musik tabu. Sie sollten so gut es geht reduziert werden, wenn man konzentriert und effizient arbeiten möchte. Denn die Dauerbeschallung im Hintergrund beeinträchtigt die Konzentrationsfähigkeit und sorgt für eine erschwerte Aufmerksamkeit sowie Fokussierung.

Das Ziel, in Intervallen zu arbeiten, ist es, in immer größer werdenden Zeitfenstern (von 10 bis 90 Minuten) hoch konzentriert und ungestört lernen, arbeiten und Aufgaben erledigen zu können, wodurch die Produktivität und Effizienz deutlich gesteigert wird.

ncl

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Eine Antwort

  1. 29. Oktober 2020

    […] lässt sich zeitlich enorm optimieren, wenn man sich Zeitspannen setzt. Vorgehensweisen, wie die Pomodoro-Methode, definieren, wie die Zeitspannen aufgeteilt werden […]

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