Warum erfolgreiche Menschen unter Zeitdruck stehen (müssen)

Zeit ist Geld. Weshalb Zeitmanagement den Erfolg garantiert.

Warum sind manche Menschen erfolgreicher als andere? Was zeichnet sie aus? Welche Gewohnheiten machen sie erfolgreich?

Jeder möchte erfolgreich sein. Ob im Job, Studium, Alltag, in der Ernährung oder beim Fitness. Überall werden Ziele gesetzt, die erreicht werden wollen. Man muss nur wissen, wie es geht. Die Gewohnheiten erfolgreicher Leute in Bezug aufs Arbeiten und Lernen näher zu betrachten, ist somit der richtige Ansatz.

Gewohnheit und Selbstdisziplin bringen den Erfolg

Eine Gewohnheit ist eine „durch häufige und stetige Wiederholung selbstverständlich gewordene Handlung, Haltung, Eigenheit“. Also etwas, was man sich durch mehrmaliges und konstantes Agieren aneignet und demnach fast „automatisch“ ausführt. Um sich aber eine Gewohnheit bewusst anzueignen, bedarf es einer großen Portion Selbstdisziplin. Denn die stetige Wiederholung ist das, was es durchzuhalten gilt. Und das ist das Schwierige. Sich immer wieder zu ermahnen, etwas über einen längeren Zeitraum auf bestimmte Art zu machen, fällt vielen Leuten schwer. Erfolgreiche Leute wissen das und eignen sich bewusst Gewohnheiten an, die sie wirklich zum Ziel führen. Auch wenn es anstrengend ist.

Be passionate – be happier

Deshalb gibt es einen Faktor, der das Durchhaltevermögen bezüglich der Selbstdisziplin deutlich beeinflusst: Leidenschaft, Passion oder Hingabe. Gemeint ist hier die Einstellung zu dem Vorhaben und gewünschten Ergebnis. Also wie stark die Motivation oder das Verlangen ist, das Ziel schnellst möglich zu erreichen. Denn arbeitet man nur halbherzig an einem Projekt, weil gewisse Umstände bestehen, die die Konzentration trüben oder Widerwille hervorrufen, dann schwindet die emotionale Verbundenheit und damit der Anreiz. Das Ziel rückt aus dem Blickfeld und die Motivation ist gleich Null. Eine psychische Blockade entsteht. Der Misserfolg ist vorprogrammiert.

Sobald aber eine Neigung zum gewünschten Vorhaben gegeben ist und das Ergebnis mit Freude behaftet ist, bildet sich Ehrgeiz. Dieser Ehrgeiz spornt an. Und ein „starker Wille versetzt bekanntlich Berge“. Hat man beispielsweise einen Job, den man mit Vorliebe ausübt und die täglichen Aufgaben jedweder Art erledigen „will“, empfindet man Zufriedenheit und Ausgeglichenheit. Und das, obwohl man wohl möglich längere Zeit überaus konzentriert und sehr angestrengt agieren muss. Selbst kleine Misserfolge können einen nicht mehr aus der Ruhe bringen, bis nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Und darin liegt der Erfolg: Leidenschaft, die den Ehrgeiz animiert, weitaus mehr zu tun. Alles zu geben, um ans Ziel zu kommen, um wirklich erfolgreich zu sein.

Effizienz durchs Zeitmanagement

Um mehr zu schaffen, ist ein durchgeplantes Zeitfenster von entscheidender Bedeutung. Jeder Mensch hat täglich genau 24 Stunden zur Verfügung – erfolgreiche Menschen auch, nicht mehr und nicht weniger. Das heißt, es liegt an jedem selbst, wie er mit der gegebenen Zeit umgeht.

Erfolgreiche Menschen setzen sich demnach Tages- oder Wochenziele, um Step by Step an das gewünschte Ergebnis zu kommen. Jeder Tag wird somit durchstrukturiert und je nach Aufgabengebiet unterteilt. Dabei ist es wichtig, kleine Zwischenschritte in 30- oder 60-minütigen TOPs (Tagesordnungspunkte) zu gliedern.

Zum Beispiel kann man seinen Tagesplan folgendermaßen aufstellen: die Arbeit beginnt um 9 Uhr. Um 9.45 Uhr gibt es eine kurze Pause bis 10 Uhr. Projektarbeit Teil 1 geht bis 11 Uhr. Teil 2 kann um 12 Uhr beendet sein. Von 12 bis 13 Uhr Mittagspause. Teil 3 des Projekts geht bis 14 Uhr. Eine 10-minütige Pause zum Durchatmen und für Snacks folgt. Der Schlussteil des Projekts kann bis 15.30 Uhr abgearbeitet sein. Eine Überarbeitungs-Phase geht noch bis 16.30 Uhr. Spätestens um 17 Uhr ist die Heimfahrt bzw. das Abendessen. Wer noch abends gerne weiterarbeitet, kann sich seine Lern- bzw. Arbeitsphasen in kürzere 20-minütige Abschnitte setzen. Dadurch wird die Effizienz des Gehirns noch einmal in Anspruch genommen.

Deadlines setzen

Um die Produktivität zu steigern, ist es also ratsam, sich bewusst Deadlines zu setzen. Hier ist nicht immer unbedingt der Abgabe-Termin von Projekten oder Arbeiten gemeint. Sondern die unmittelbare Uhrzeit, wann der Abschnitt gelernt bzw. erarbeitet worden sein soll. Nimmt sich also jemand vor, innerhalb von einer Stunde eine bestimmte Recherche von XY abzuarbeiten, dann verstärkt der innere Druck der 60 Minuten den Lernerfolg, indem noch schneller bzw. gezielter gearbeitet werden muss, um es in der Zeit zu schaffen. Verfolgt man diese Strategie über den Tag verteilt, immer in kurzen Zeitabschnitten, dann verbessert sich die Lern- und Arbeitseffizienz, sodass innerhalb von wenigen Tagen und Wochen die Gewohnheit des produktiven Schaffens schließlich in den persönlichen Ablauf übergeht.

Der Zeitdruck ist demnach der entscheidende Faktor. Unter Druck läuft das Gehirn zur Höchstform auf. Es muss in kürzerer Zeit mehr leisten als sonst und schüttet alle notwendigen Botenstoffe aus, die für das Gelingen der Aufgabe nötig sind. Das Gehirn fokussiert sich sozusagen auf das Projekt und blendet alle Nebentätigkeiten aus. Da es eine „Stress“-ähnliche Situation ist, die nicht lange anhalten kann, ist es wichtig, sich nicht zu sehr auf die Zeit, sondern vielmehr auf die Aufgabe zu konzentrieren. Dabei darf man sich auch nicht zu sehr stressen, wenn man ein paar Minuten länger braucht als vorgegeben. Die zeitliche Vorgabe ist lediglich als Hilfestellung gedacht, das Gehirn in Höchstform zu bringen sowie die Selbstdisziplin zu stärken.

Pausen als Erholungsphasen

Pausen dürfen dabei keineswegs fehlen. Jeder Mensch braucht sie. Sei es, um den Kopf frei zu bekommen oder um Energie zu tanken. Demnach sind Frühstück, Mittagessen, Snacks und Abendessen durchaus bewusst einzuplanen. Alle Aufgaben, Projekte und Vorhaben sollten unterbrochen werden, um sich ganz auf die kurze Auszeit einzustellen.

Einmal Abstand zum Projekt gewinnen. Fenster öffnen. Für frischen Sauerstoff. Tief durchatmen, um das Gehirn und die Muskeln zu entspannen. Etwas essen, um den Körper zu stärken und den Denkapparat mit neuer Energie auszustatten. Auch bewusste Auszeiten von ganzen Tagesabschnitten müssen sein. Denn oft gibt es Tage, an denen man nichts vollbringen kann.

Egal, wie oft man sich dazu motiviert oder gar gezwungen hat. Jeder kennt es: man liest einen Satz in einem Beitrag x-mal und weiß hinterher immer noch nicht, was drin steht. Oder die Gedanken wechseln hin und her, weswegen keinerlei Fokus auf eine Sache hergestellt werden kann. Wenn dies der Fall ist, hilft nur eins: Abstand. Alles stehen und liegen lassen und ab ins Cafè, mit Freunden treffen, einen Stadtbummel machen oder ins Fitnessstudio gehen. Egal was. Hauptsache man wechselt den Ort und bewegt sich.

Finde die Schwachstellen: falsch bzw. un-genutzte Zeit  

Jeder hat demnach Phasen am Tag, an denen man so produktiv ist wie ein Stein. Manche Morgenmuffel beispielsweise mühen sich ab, um am Vormittag überhaupt etwas zustande zu bringen. Zeitgleich können andere bereits mit voller Konzentration arbeiten, verlieren aber später, aufgrund des bekannten Nachmittags-Tiefs, ebenfalls die Energie. Solche unproduktiven Zeiten dürfen also keineswegs mit Power-Aktivitäten oder Konzentrations-Spitzen befüllt werden. Diese Tagesabschnitte sollten entspannter verplant sein, mit leichteren Aufgaben wie E-Mails beantworten oder gar Essens-Pausen, an denen man auch längere Zeit sitzen darf.

Um herauszufinden, wann die Schwachstellen bzw. unproduktiven Phasen des Tages sind, beobachtet man sich einen ganzen Tag lang und schreibt alle 30 Minuten auf, was man „getan“ hat. Auch, wenn man längere Zeit vor dem Fernseher oder am Smartphone hing. Gerade Letzteres sind die Fallen, in die man ganz leicht fällt. Denn nur ein Mal kurz auf Facebook oder Instagram die neuen Posts gescrollt, schon hängt man fest und „erwacht“ eine halbe Stunde später aus dem Social-Media-Schlaf. Damit das nicht mehr passieren kann, setzt man sich einen Timer, den man sogar in den jeweiligen Apps explizit einrichten kann. Dabei ist eine Timer-Einstellung von 10-20 Minuten optimal, um den Tagesplan nicht ganz aus den Augen zu verlieren.

Es gibt also folgende wichtige Verhaltensmuster, die erfolgreiche Menschen ausmachen: Leidenschaft, Motivation, Selbstdisziplin, Zeitmanagement und den damit einhergehenden Zeitdruck. Wer sein Gehirn demnach effektiv und vor allem erfolgreich nutzen will, muss diese Punkte beachten und in den eigenen Tagesablauf integrieren. Erst dann wird man sich schon bald zu den erfolgreichen Menschen zählen können.

ncl

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2 Antworten

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