Wie man die Lernumgebung positiv beeinflussen kann

Die richtige Arbeitsumgebung kann die Lernleistung deutlich beeinflussen.

Manchmal kommt die Frage auf, warum man sich beim Arbeiten im Büro oder Home Office nicht auf die wichtigen Unterlagen, Artikel oder E-Mails konzentrieren kann. Oftmals sucht man die Ursache bei sich selbst. Stress, Unausgeglichenheit und wenig Schlaf sind oft genannte Gründe. Dabei muss man selbst nicht zwingend die Ursache sein. Es gibt eine Umgebung, die großen Einfluss auf die eigene Arbeitsmoral hat: der Arbeitsplatz. Es gibt mehrere Punkte, die in der Arbeitsplatzbeschaffenheit überprüft und verbessert werden können, um die Effizienz des produktiven Schaffens deutlich zu steigern.

Die Helligkeit

Zum Arbeiten benötigt man ausreichend Licht. Je heller, desto besser. Denn nur in einem hellen Raum, der mit eher pastelligen Farbtönen und großen Fensterfronten bzw. genügend weißem Licht ausgestattet ist, werden die Fotorezeptoren, die sog. „Zapfen“, im Auge jedes Menschen aktiviert, sodass man wirklich wach ist und die Umwelt auch in einem Farb-Spektrum wahrnehmen kann. Denn sobald die Dämmerung eintritt und das Auge nicht ausreichend mit Licht überflutet wird, gibt es nicht genügend Lichtreizung für die Zapfen. Sodass nur noch die sog. „Stäbchen“, die sehr viel lichtempfindlicher sind und uns alles in Schwarz und Weiß sehen lassen, aktiv bleiben, wodurch wir langsam, aber sicher müde werden. Damit dies am Arbeitsplatz nicht passiert, ist es notwendig, die Leuchtmittel entsprechend anzupassen. In einem Rahmen von 500 bis 1000 Lumen können wir ausreichend Reizung im Auge wahrnehmen, die uns wach und damit produktiv macht.

Je älter man ist oder je schwächer die Augen sind, desto höher muss die Lichtstärke sein. In großen Büroflächen haben die Deckenleuchten deshalb eine Stärke von 1000 bis 2000 Lumen. Neben indirektem Licht durch Lampen, Deckenleuchten oder gar dem Bildschirm, an dem man arbeitet, ist der direkte durch die Sonne hervorgerufene Lichtreiz noch viel wichtiger. Deshalb ist die Position des Schreibtisches parallel zum Fenster am Besten für unsere Wahrnehmung. Die Sonne und damit der Einfluss der Helligkeit auf das Auge bewirken auch die Produktion des Vitamin D3. Dieses kann nur mit Hilfe der Sonneneinstrahlung auf unsere Haut gebildet werden. Ohne Vitamin D3 fühlen wir uns vor allem im Winter, wenn es nur noch wenige Sonnenstunden am Tag gibt, relativ schwach, sodass die eigene Immunabwehr nicht mehr ordentlich funktioniert und wir schneller krank werden können. Je näher und frontaler also der Arbeitsplatz am Fenster positioniert ist, desto besser und produktiver können wir arbeiten.

Die Raumposition

Der nächste Punkt bezieht sich auf die Position und Ausrichtung des Schreibtisches im Raum. Dabei ist zu beachten, dass man keineswegs mit dem Rücken zur Tür oder zum Fenster positioniert sein sollte. Denn dann fühlen wir uns psychologisch gesehen angreifbar und können uns ungewollt nicht auf die eigentliche Sache konzentrieren. Am Geeignetsten ist demnach die Position mit dem Rücken zur Wand. Hier hat man unterbewusst den Blick sowohl zum Fenster als auch zur Tür unter Kontrolle und kann sich deutlich besser auf die Aufgaben konzentrieren.

Zudem sollten die Wände nicht mit unruhigen grafischen Mustern oder ablenkenden Motiven versehen sein. Denn dadurch können wir unsere Konzentration nicht bündeln, sondern leiten sie immer wieder unbewusst auf Bilder oder andere Nebensächlichkeiten ab. Aus diesem Grund ist es auch ratsam, keinerlei private Fotos am Arbeitsplatz oder als Bildschirmhintergrund zu haben, denn diese bewirken allzu oft eine ungewollte visuelle sowie emotionale Ablenkung.

Der Schreibtisch

Die Arbeitsfläche des Schreibtisches ist oft eines der Gründe, weshalb die Produktivität am Arbeitsplatz schwindet. Dunkel, unaufgeräumt, ohne System und zu wenig Ablagemöglichkeit sind Punkte, die das effiziente Arbeiten deutlich erschweren. Einheitliche Oberflächen, die in einem weißen, hellgrauen oder gar in einem hellen sowie faserarmen Holzton gefasst sind, erleichtern die Konzentrationsfähigkeit um ein Vielfaches. Dazu gehört auch die bewusste Ordnung des Schreibtisches. Natürlich ist klar, dass man nicht einfach alles unüberlegt auf dem Tisch ausbreitet. Alles muss mit einem System geordnet werden, auch wenn es bei manchen tatsächlich so aussieht, als hätten sie noch nie etwas von Ordnung gehört.

Jeder hat sein eigenes Prinzip der Flächennutzung. Aber hier kommt eines, das den meisten Menschen auch in der größten Unordnung eine Hilfestellung bietet: die Arbeitsrichtung. Damit ist gemeint, von welcher Seite des Tisches aus man die Richtung der Aufgabenabwicklung bestimmt. Bei der Mehrheit, insbesondere bei Rechtshändern, erfolgt die Ordnung von links nach rechts. Das heißt, alle Erledigungen für den Tag werden auf die linke Tischhälfte nach Wichtigkeit gestapelt und nacheinander abgearbeitet. Sobald die Angelegenheiten erledigt sind, werden sie in einem dafür vorgesehenen Ordner oder Fach abgelegt. Auf diese Weise überlistet man das Gehirn, indem man die Aufgaben Stück für Stück oder Stapel für Stapel aus dem „linken Sichtfeld“ nimmt. Psychologisch gesehen, ist es ganz logisch. Wir, Europäer, schreiben von links nach rechts, zählen von links nach rechts, lesen von links nach rechts. Da ist es ganz logisch, dass wir auch von links nach rechts „ordnen“. Dieses Ordnungssystem „fühlt“ sich für uns also systematisch „richtig“ an. Wohingegen beispielsweise Araber, die von rechts nach links lesen, schreiben und zählen, logischerweise auch von rechts nach links „richtig“ ordnen.

Der Stuhl

Der Büro- oder Arbeitsstuhl muss zwingend ergonomisch geformt sein, sonst bekommen wir bei einer Dauer(über)belastung Rückenschmerzen oder Gelenkbeschwerden oder noch schlimmer, einen Bandscheibenvorfall. Ist der Stuhl aus Holz und damit nicht beweglich, krümmen wir unseren Rumpf zu sehr und bekommen gerade bei nicht ausreichender Polsterung Gesäß- und Lendenwirbelschmerzen.

Bei der Suche nach dem besten Bürostuhl gilt nur eins zu beachten: je mehr Berührungspunkte und Flächen des eigenen Körpers vom Stuhl aufgenommen werden, desto besser. Das heißt, neben der Höhenverstellbarkeit der Sitz- oder Armposition, was bei den meisten Stühlen bereits Grundvoraussetzung ist, muss auch die Neigefunktion nach vorne und hinten beachtet werden. Der Stuhl sollte im Rücken- und Sitzbereich mit ausreichend geformter Polsterung ausgestattet sein. Dabei ist die leichte Muldenbildung der Polster im Rückenbereich ein wichtiger Punkt. Er unterstützt die aufrechte Position des Rumpfes und gibt dem Körper durch die großflächige Berührung ein „wohliges“ Gefühl. Dadurch fühlen wir uns „geschützt“ und arbeiten deutlich produktiver als mit herkömmlichen Stühlen.

Ruhe

Neben dem Mobiliar ist die Geräuschkulisse ein wichtiger Faktor für die eigene Leistungsfähigkeit im Office. Es reicht nicht aus, dass kein ablenkendes „Geschwätz“ zu hören ist oder lediglich die Fenster geschlossen bleiben. Störungen sind auch von anderen Einflüssen möglich. Beispielsweise von Smartphones. Beim Arbeiten sollte das Smartphone maximal auf die Vibrationsfunktion eingestellt sein. Klingeltöne jedweder Art, aber auch regelmäßige Vibrationen können ablenken. Wenn möglich, dann sollte das Smartphone in der Tasche bleiben.

Gerade im Großraumbüro ist noch ein wichtiger Punkt zu beachten: die Dämmung. Ausreichende Dämmung zwischen Co-Working-Tischgruppen und vor allem zum Bereich des Druckers oder der Küche muss vorhanden sein, damit kein störender oder ablenkender Lärm, vor allem in einer äußerst produktiven Arbeitsphase, wahrgenommen wird. Dies wird häufig durch halbhohe gedämmte Schallschutz-Trennwände erzielt, die in professionellen Büros und Co-Working Spaces zwischen die einzelnen Gruppen gestellt werden und somit die Geräuschkulisse deutlich eindämmen.

Grünpflanzen

Die Raumluft ist auch ein wichtiger Punkt zum effizienten Arbeiten. Sobald man längere Zeit intensiv an einem Projekt beschäftigt ist, verbraucht man viel Atemluft, bekommt jedoch keinen frischen Sauerstoff zurück. Die Luftzusammensetzung verändert sich, es wird stickig, man gähnt nur noch und das Gehirn kann nicht mehr richtig funktionieren. Hier genügt es, regelmäßig stoßzulüften. Drei bis vier Mal am Tag für etwa fünf Minuten alle Fenster komplett zu öffnen, soll genügen.

Doch wer denkt schon ans Lüften, wenn man mental tief im Projekt XY verhaftet ist. Es gibt daher eine Alternative, die nicht nur praktisch, sondern auch dekorativ ist: Zimmerpflanzen. Denn einige davon, wie der Gummibaum, Efeu, Bambus, die weiße Lilie oder auch Aloe Vera, filtern nicht nur die Raumluft. Sie geben durch Photosynthese wieder frische, saubere und sauerstoffreiche Luft ab und reinigen sie sogar von etwaigen Schadstoffen und anderen gesundheitsgefährdenden Partikeln. So kann jederzeit problemlos in einem angenehmen Raumklima gearbeitet werden.

ncl

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