Gesunde Ernährung am Arbeitsplatz – geht das?

Gesunde und ausgewogene Ernährung am Arbeitsplatz ist leichter als gedacht.

Denkt man an die Mittagspause am Arbeitsplatz, fallen einem meistens nur die Standard-Menüs aus der Kantine, die äußerst fettigen Fast-Food-Ketten oder gar die eintönigen Brotboxen ein. Auf lange Sicht hin macht das Essen dabei weder Spaß noch ist es wirklich gesundheitsfördernd. Also sucht man online nach gesunden Alternativen. Dabei findet man unzählige Beiträge zu diesem Thema und hunderte Ernährungs-Coaches, die jeweils „DIE“ ultimative Lösung postulieren. Seien es Meal-Preps, Bento-Boxen oder Healthy-Food-Ketten.

Doch wie sinnvoll sind diese Vorschläge wirklich? Ersetzen sie tatsächlich die bisherigen Essgewohnheiten?

Meal-Prep – Essen vorkochen

Aus dem englischen Wort „Meal Preparation“, auch „Meal Prepping“ genannt, abgeleitet, was soviel bedeutet wie „Essen vorbereiten“  oder genauer: vorkochen. Diese Art der Essensvorbereitung stammt aus dem amerikanischen Fitnesssektor und soll durch die genaue Kontrolle der Nahrungszufuhr die ideale Körperform erzielen. In abgemilderter Version erfreut es sich auch im Alltag zunehmender Beliebtheit.

Hierbei erstellt man einen genauen Wochenplan, in dem Tag für Tag die jeweiligen Gerichte aufgelistet sind. Dabei ist zu beachten, dass einzelne Gerichte für mehrere Tage eingeplant werden können und nicht täglich ein komplett neues Menü vorbereitet werden muss. Schließlich werden alle Zutaten der kommenden Woche eingekauft und genau nach diesem Plan alle Speisen der Woche vorgekocht. Die Menüs werden portioniert in Vorratsdosen im Kühlschrank oder bei längerer Lagerung im Tiefkühlfach aufbewahrt.

Der Vorteil dieser „Vorkoch“-Methode ist folgendes: die tägliche Frage, welches Essen zur Arbeit mitgenommen oder was wohl nach Feierabend gekocht bzw. vom Schnell-Imbiss bestellt werden soll, entfällt. Dadurch bleibt der Kopf für die wichtigeren Dinge des Büroalltags frei und ermöglicht zugleich eine bewusst gesunde Ernährung im Job.

Ein Nachteil ist sowohl die Flexibilität der Gerichte als auch die Spontaneität beispielsweise bei ungeplanten Essen mit Arbeitskollegen. Gerade Ersteres ist für viele Feinschmecker ein Problem. Weder wollen sie auf ein täglich wechselndes Menü verzichten, noch die Auswahl der Speisen auf ein Minimum reduzieren. Hier bietet sich wohl möglich die folgende Alternative an:

Gesund ernähren mit Bento-Boxen

Eine gesunde Ernährung fürs Büro ist seit neuestem auch unter dem Begriff „Bento-Boxen“ zu finden. Diese sind Holz-, Plastik- oder mittlerweile Edelstahlkästchen mit eingesetzten Trennwänden, die die uralte japanische Esskultur nun nach Europa bringt. Darunter versteht man also Boxen, die neben einer Hauptspeise wie Reis oder Nudeln etwa vier bis fünf weitere Beilagen in Form von verschieden eingelegtem oder gebratenem Gemüse sowie Obst, Desserts oder gar Saucen, in kleinen Portionen zur Darreichung beinhalten. Sie können kalt oder auch aufgewärmt gegessen werden. Diese Form der „Lunchbox“ finden wir bei den uns bekannten „Sushi-Boxen“ wieder. Und bis heute ist dies in Japan die gängige To-Go-Version des Mittagessens.

Der Vorteil dieser Kästchen liegt sprichwörtlich auf der Hand: sie bieten eine reichhaltige Auswahl an Speisen in nur einer Box, die sogleich griffbereit und verzehrbar sind. Sie ermöglichen also eine Vielfalt an Gerichten und damit die benötigte Menü-Tauglichkeit im Büro. Ebenso werden weitgehend alle wichtigen Nährstoffe des Tages für den Körper abgedeckt, sodass durch die gesunde Mittagspause schließlich mit voller Elan weiter gearbeitet werden kann.

Der Nachteil besteht ebenso wie bei dem Meal-Prep lediglich in der Vorbereitung. Die Beilagen für die Bento-Boxen müssen bereits in irgendeiner Form vorrätig sein, sodass sie täglich in die kleinen Fächer morgens oder am Abend zuvor eingefügt werden können. Wer sich nicht so sehr fürs Vorkochen oder Vorbereiten von Speisen aller Art erwärmen kann, dem sind die Fast-Food-Alternativen ans Herz gelegt.

Healthy-Food-Restaurants als Fast-Food-Alternative

Es gibt sie mittlerweile in jeder größeren Stadt. Bekannt vor allem unter Burger- oder Sub-Restaurants: Fast-Food-Alternativen im gesunden großen Stil.

Den Klassiker unter dem „Fast Food“ kennt jeder: den Burger. Die alternativen Fast-Food-Ketten legen den Fokus bewusst auf „Healthy Eating“. Dann ist der Burger nicht nur aus einem wählbaren Brötchen, reinem Beef- bzw. Hähnchen-Fleisch, regionalem Käse, frischem Salat und hauseigener Sauce gebaut, sondern beinhaltet noch weitere geschmackvolle „Healthy“-Toppings, die oft auf vegetarischer oder gar veganer Basis beruhen. Meist bestehen sogar „Fleisch“-Alternativen, bei denen die Patties u.a. aus Gemüse oder Nüssen hergestellt werden. Interessant ist zudem, dass die üblichen Pommes größtenteils aus Süßkartoffeln gewählt sind, um die „gesunde“ Variante perfekt auszuloten.

Dennoch ist die frittierte sowie gebratene Menge überaus reichhaltig, sodass auch hier das Maß der entscheidende Faktor ist. Denn der Geschmacksträger Fett veranlasst auch hier ein zu üppiges Mahl, woraufhin man schnell träge wird und damit im Büro weniger produktiv sein kann. Preislich bietet es sich an, Kombi-Angebote zu wählen, um die minimal erhöhten Ausgaben in solchen Restaurants im Rahmen zu halten.

Immer beliebter werden auch die berühmten „Bowls“. Eine Verzehrform, die aus der asiatischen Esskultur stammt und ähnlich wie bei den Bento-Boxen aus einer Kohlenhydratquelle wie Reis besteht. Auch hier kann aus verschiedenen Beilagen wie Gemüse, Salat oder Saucen das Favorisierte der Schüssel hinzugegeben werden. Was schon seit jeher in China, Thailand oder Vietnam zur Esskultur gehört, begeistert die Clean-Eating-, Superfood- sowie Veggie- oder Vegan-Fans enorm. Dafür gibt es bereits verschiedene Restaurants in mehreren großen Städten. Viele Restaurants hängen sich dem Trend an und erweitern ihr Sortiment mittlerweile um genau solche Clean-Lunch-Bowls.

Von Bedeutung bei den Bowls ist definitiv die Ausgewogenheit der Nährstoffe. Jede Schüssel wartet auf mit einen Anteil an Kohlenhydraten wie vorwiegend Amaranth, Quinoa oder Vollkorn-Nudeln, dazu eine Eiweißquelle wie Eier, Feta, Mozzarella oder Tofu. Ausreichend Salat und Gemüse inklusive Dressing oder Sauce sorgen für den Nachschub an Vitaminen und Spurenelementen. Damit ist auch zur „Lunch-Zeit“ eine äußerst gesunde Alternative wie eine Quinoa- oder Falafel-Bowl möglich. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt hier jedenfalls.

Kleine Schritte…

Sich während der Mittagspause im Büro mit bewussten Alternativen gesund zu ernähren, ist also keine Schwierigkeit. Mit nur wenigen Änderungen ist der tägliche Essensplan variabel und qualitativ hochwertig gestaltbar. Je nachdem, welche Methoden persönlich als geeignet erscheinen, kann aufgrund der Auswahl an Möglichkeiten der Kreativität freien Lauf gelassen werden. Es liegt lediglich an der individuellen Motivation, die ersten kleinen Schritte zu gehen.

ncl

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