Mit diesen 5 Methoden die Lerneffizienz wirksam steigern

Die Leistung unseres Gehirns kann mit hilfreichen Tipps gesteigert werden.

Unser Gehirn ist ein hoch komplexes System aus Tausenden von Synapsen. Schnittstellen, durch die alles über Nervenzellen in verschiedene Bereiche des Gehirns transportiert und gespeichert wird. Je nachdem, ob etwas kurzfristig aufgeschnappt ins Kurzzeitgedächtnis gelangt oder effizient erlernt wurde, um schließlich im Langzeitgedächtnis zu landen.

Gerade beim Lernen von Wissen ist das Langzeitgedächtnis die Haupt-Quelle, die man während des Lernprozesses erreichen will. Doch wie schafft man es oder lernt man richtig, um das Wissen dorthin abspeichern zu können? Hier kommen die 5 wirksamsten Methoden, um die Effizienz des Lernvorgangs zu steigern.

1. Motivation und Überwindung

Der Hippocampus ist der wichtigste Teil des Gehirns, wenn es ums Lernen geht. Er ist der “Türsteher” unseres Gehirns, der entscheidet, ob eine Information zum Langzeitgedächtnis hindurch darf oder nicht, ob demnach etwas “merkwürdig” ist oder nicht. Er filtert alle Informationen, die durch das Lernen aufgenommen werden. Dabei gibt es einen Faktor, der den Hippocampus überlisten kann, damit die Informationen direkt ins Langzeitgedächtnis gelangen: Emotionen. Je stärker die Gefühle auf gewisse Situationen ausgelegt sind, desto eher gelangen sie hindurch. Wir müssen uns also klar machen, welches Ziel wir mit dem Wissenserwerb und dem Lernprozess erreichen wollen. Dabei liegt der Fokus der Gedanken explizit auf die definitive Erreichbarkeit dieses Ziels und auf den Gewinn, den wir schließlich damit einheimsen werden. Welcher Wert liegt also im Lernerfolg und was passiert beim Erreichen des Ziels? Wie fühlen wir uns dann? Durch solche Fragen und die daraus resultierenden Antworten steigern wir unsere Motivation enorm.

Schauen wir in den Spiegel und lächeln uns selbst an. Unser Gehirn reagiert auf die sichtbare Mimik und man fühlt sich direkt besser, gar motivierter. Und wenn erst das eigene Unwohlsein überwunden sowie eine positive Ausrichtung im Lernprozess gesetzt wurde, ist der Lernerfolg garantiert.

2. Vorbereitung und Zeitmanagement

Eine Struktur für den Lernvorgang ist zwingend notwendig, damit alle Lerneinheiten abgedeckt sind. Mehrere Punkte müssen bei der Strukturierung eingeplant werden: wie viel Zeit steht zur Verfügung, wann ist die Deadline, d. h. wann muss das erlernte Wissen zur Verfügung stehen, wie viele Themen werden aufgenommen, wie tief muss das Wissen reichen und welche Mittel hat man dafür? Eins ist klar: das Gehirn ist wie ein Muskel, der trainiert werden muss. Ohne regelmäßiges Training gibt es keinen großen Erfolg. Kontinuität ist also das Stichwort, das bei der Umsetzung hilft. Wenn man kontinuierlich lernt, in regelmäßigen Abständen, dann wird das Gehirn effizienter und leistungsstärker. Wenn man also die Lernphasen stetig erhöht, gewinnt man an Produktivität und schließlich Erfolg.

Dabei ist die Organisation des Lernstoffs unabdingbar. Zuerst muss der Lerninhalt in Abschnitte oder Themen geordnet werden. Pro Tag oder Tage nimmt man sich je nach Pensum ein Themengebiet vor und bearbeitet es ausführlich. Am Dienlichsten dafür ist das Schreiben von Zusammenfassungen. Sie sollten für ein Themenpunkt maximal eine DIN A4-Seite umfassen, um eine Übersicht auch in der Wiederholungsphase zu gewährleisten. Im Anschluss an die erste Wissensaufnahme plant man am besten noch mehrere Tage in den Lernprozess ein, die ausschließlich der Wiederholung des Lernstoffs dienen.

3. Wiederholung und Pausen

Wiederholung ist das A & O. Das weiß jeder. Und unser Gehirn liebt es zu lernen. Unser “Türsteher” Hippocampus aber langweilt sich schnell, sobald man immer wieder die gleichen “trockenen” Informationen durchkaut. Also muss Abwechslung her. Das schafft man, indem man die Methoden der Wiederholung variiert. Ob Karteikarten, Zusammenfassungen, reine Schaubilder oder lange Powerpoint-Folien. Wichtig ist, mehrere Sinne anzusprechen. Daher ist die beste Methode, drei Sinne gleichzeitig zu aktivieren. Dies geschieht, indem man Fakten handschriftlich notiert, sie dabei laut ausspricht und im Gedächtnis visuell assoziiert. Man schreibt beispielsweise einen Wissens-Fakt auf eine Karteikarte, spricht die Information deutlich aus und visualisiert imaginär eine Vorstellung oder ein Bild zu dem Fakt. Das Schreiben an einem Bildschirm ist übrigens genauso effektiv wie die handschriftliche Aufnahme.

Dabei sind Pausen ein wichtiges Element des Lernprozesses. In den Lernpausen sollte man sich möglichst aktiv bewegen. Ein kurzes Wandern in die Küche, ein Gang zum offenen Fenster, eine kleine erfrischende Dusche. Jede Bewegung bringt Abwechslung und Spaß und ermöglicht dem Gehirn, das Erlernte im Hintergrund zu filtern oder sogar Problemlösungen zu finden. Selbst wenn die Zeit knapp ist, reicht es, wenn man abends vor dem Fernseher sitzt und in jeder Werbepause den Ton ausstellt, um in diesen zehn Minuten den Wiederholungs-Stoff zu pauken. Ohne visuelle Ablenkung versteht sich.

4. Wasser

Unser Gehirn besteht zu 75 % aus Wasser und verbraucht die meiste Energie aller körpereigenen Organe. Daher ist es unumgänglich, kontinuierlich einen Nachschub an Wasser zu bieten. Denn das Gehirn benötigt ausreichend Flüssigkeit und Nährstoffe, um alle Denk- und Lernprozesse des gesamten Körpers zu steuern. Ohne ausreichende Versorgung versetzt es sich in den Energiesparmodus und versorgt nur noch die notwendigen Abläufe zur Selbsterhaltung. Dann sackt die Konzentrationsfähigkeit abrupt ab und der Lernerfolg versiegt. Wasser muss demnach ständig zur Verfügung stehen. Das heißt jedoch nicht, dass man alle halbe Stunde ein volles Glas Wasser trinken muss. Es reicht, lediglich die Kontinuität zu wahren. Ein paar Schlücke in regelmäßigen Abständen während des Lernens reichen völlig aus, damit das Gehirn leistungsstark bleibt. Und darauf kommt es schließlich an.

5. Schlaf

Last but not least. Der Punkt, den viele nicht hören wollen. Denn die Zeit ist knapp. Und wer will sie schon für den Schlaf hergeben, wenn der Lernstoff noch nicht durch ist. Doch er ist der wichtigste Faktor überhaupt. Im Schlaf werden alle Informationen des Tages verarbeitet, sortiert, verworfen und vor allem abgespeichert. Das heißt, hier werden auch die Lerninhalte ins Langzeitgedächtnis verschoben. Das geht aber nur, wenn wir in der Traum- oder Tiefschlafphase sind. Und das ist nur möglich, wenn wir mindestens vier Stunden “fest” geschlafen haben, uns also nach dem Aufwachen leicht regeneriert fühlen. Das variiert jedoch je nach Mensch um einige Stunden. Wer beispielsweise Einschlafprobleme hat, benötigt demnach viel mehr Zeit zum Schlafen als jemand, der direkt in den Tiefschlaf fällt.

Wer also gerne noch bis weit nach Mitternacht lernt, sollte etwa vier bis fünf Stunden Schlaf zur Erholung und Gedächtnis-Optimierung einplanen, bis er sich morgens wieder dem Lernstoff widmet. Am besten mit einer Tasse Grünen Tees, der anders als Kaffee das Koffein nur langsam und kontinuierlich an den Organismus abgibt und so deutlich länger wach hält und langfristig leistungsstärker macht.

ncl

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2 Antworten

  1. 6. September 2019

    […] es das Gelingen oder Scheitern vorprogrammiert. Schuld ist der Hippocampus im Gehirn, wie in diesem Blogbeitrag bereits beschrieben, gibt es einen „Türsteher“ im Gehirn, den jede Information passieren muss. […]

  2. 26. April 2020

    […] das Unterteilen in Intervallen werden die kurzen Pausen „nach getaner Arbeit“ als Erholungs- und Auszeit anerkannt, wodurch das Belohnungszentrum im […]

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